Das unbesehene Spiel. Schon die Terminierung war eine ewige Suche. Schließlich wurde es zu einem Nachholespiel zwischen diesem und jenem kalendiert. Die Platzwahl unkreativ, das Erste wurde genommen, Hauptsache alle können rechtzeitig dort sein. Zwei Jogger:innen und ein Mann mit Hund sorgten für die kurzen Lebenszeichen der nahen Stadt. Keine Zuschauer:innen, keine Reporter:innen, kein Spielfluss. Es dümpelt in Feierabendstimmung träge dahin. Alle haben sich lieb, es wird beiläufig geplaudert. Strategische Besprechung? Fehlanzeige. Highlights? Eher im negativen Sinne. Erst als Jette und Matze immer besser in Schwung kommen, gibt es kleine Momente. Es kommt der Sohnemann kurz vorbei und ruft: "Na Dumm und Döner! Wieder am Verlieren?!". Da waren sie schon längst siegesgewiß, der erste Satz, noch halbwegs ausgeglichen gestaltet, war bereits 13:10 gewonnen und es steht 6:0 im Zweiten. Kurz war nochmal Leben drin, dann schob sich das Spiel nicht langsam, nicht unbedingt langweilig, aber irgendwie zäh wie Morgennebel im Tal dahin. Ein störender Moment, als das Schwein fragwürdig hinter Steinplatten geschossen war und das weitere Vorgehen diskutiert wurde, nahm dann auch noch die friedliche Idylle. Freilich auch das keine große Sache. 13:7 am Ende. Ein Trauerspiel. Bedauerlich auch, dass diese eigentlich tolle Ansetzung so still und resonanzlos vorbeiging.
Jette geht dann auf einen Geburtstag. Wolle hat Hunger. Matze und Conrad fahren zu den anderen Boulespieler:innen, die sich merkwürdigerweise im Bouhler Garten versammelt hatten.

Was gibt es Positives zu berichten?
Matze schießt im Spiel flach und aus der Luft nahe an die 83% Trefferquote. Jette hat immer wenigstens Eine richtig dicke im Spiel. Die Besseren haben völlig verdient gewonnen, auch das ja eine Seltenheit in diesen tristen Zeiten. Glückwunsch also an Dumm und Döner! Startet eure wilde Aufholjagd! Kopf hoch AC:AB. "Der Boule ist erbarmungslos", wie Wolle sich selbstkasteiisch immer wieder zuraunte. Vielleicht spiegelt der Boule aber auch einfach nur wider, was in den Köpfen vorgeht und ist ein Bildnis der Seele. Er toleriert keine Trägheit, schon gar nicht im Geist. Er fordert die ganze Aufmerksamkeit, nicht ein liebloses -Wenn´s sein muss-. Der Boule ist rund und wird auch wieder seine herzliche Seite zeigen.